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Spiel, Spaß und Erholung

Wir organisieren unsere „Falken-Sommercamp“ genannten Sommerferienlager seit nunmehr fast 16 Jahren. Wir wollen damit vor allem den Kindern und Jugendlichen ein aufregendes und erholsames Sommerferienlager ermöglichen. Im Sommercamp sollen sie Kraft tanken und sich vom Schul- und Alltagsstress erholen können. Bei einem abwechslungsreichen Programmangebot wird „Langeweile“ zu einem Fremdwort.

Darüber hinaus sind uns aber auch andere pädagogische Anliegen wichtig, die im Folgenden beschrieben werden.


 

Photo_1 4Demokratie und Kinderrechte leben

Wir wollen, dass die Kinder im Sommercamp Demokratie leben und sie als etwas Sinnvolles erfahren können. Dazu haben wir ein Modell der „Campdemokratie“ entwickelt, das wir gemeinsam mit den Kindern ausgestalten.

Letztes Jahr fand jeden Abend beispielsweise die Vollversammlung statt, bei der Kinder und Jugendliche, Helferinnen und Helfer gemeinsam entscheiden. In der von einzelnen Gruppen organisierten Vollversammlung wird das Programm des nächsten Tages beschlossen. Die Jungen und Mädchen können dabei eigene Aktivitäten organisieren und aus einem von den Helferinnen und Helfern vorbereiteten Programm wählen. So kann zum Beispiel beschlossen werden, dass am nächsten Tag eine Nachtwanderung, eine Disco und/oder ein Fotoworkshop stattfindet.

Dieses Jahr findet die Vollversammlung Campübergreifend aller 2 Tage statt, denn wir haben 2016 drei Dörfer (F-Dorf 7-11 Jährige, RF-Dorf 12- 14 Jährige und SJ – Dorf 15-17 Jährige) die autonom sind und deshalb selbstorganisiert jeden Abend eine Versammlung ihres Dorfes organisieren können.

Die einzelnen Gruppen in den Dörfern entscheiden ebenfalls gemeinsam (und im Unterschied zur Vollversammlung im Konsens) über gemeinsame Unternehmungen. Im Teilnahmebeitrag ist ein Anteil von fünf Euro pro Kind für die Gruppenkasse enthalten – wofür dieses Geld ausgegeben wird, entscheidet ebenfalls die Gruppe gemeinsam.

Die Medien waren in der Vergangenheit von unserem Demokratiemodell begeistert und haben darüber berichtet. Hier ein paar Beispiele:

 

Photo_1 5Eigenverantwortlich handeln

Gestaltungsfreiraum verlangt auch die Fähigkeit, eigenverantwortlich zu handeln. Wir wollen viele Möglichkeiten zur Selbstorganisation geben – insbesondere die Elemente der Selbstverwaltung und Mitbestimmung sollen den Kindern erfolgreiche, positive Erfahrungen mitgeben. So haben die Kinder die Möglichkeit über das Budget fürs Programm zu entscheiden, z.B. für Ausflüge oder eine Disko. Selbstverständlich helfen wir ihnen dabei – so bereiten wir ein Reisebüro vor, das Ausflüge anbietet, unter denen die Kinder und Jugendlichen wählen können.

Die Kinder und Jugendlichen und die Helferinnen und Helfer bekommen nicht einfach ihr Essen wie selbstverständlich vom Kochteam zubereitet, sondern alle dürfen (und müssen) mal mit anpacken. Frühstück und Mittagessen werden abwechselnd von jeweils einer Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Kochteam bereitgestellt. Die Auswahl eines gesunden Essens, Einkauf und Zubereitung werden von den Kindern möglichst selbstständig organisiert, ihre Helfer*innen und das Kochteam stehen mit Rat und Tat zur Seite. Großer Vorteil für die Kinder und Jugendlichen: Weil sie selbst das Essen auswählen können, gibt es jeden Tag Lieblingsessen.

Außerdem übernehmen die Kinder beispielsweise die Redaktionsleitung bei der Campzeitung, und sie bestimmen, was die Theatergruppe einstudiert.

Eine besondere Chance Verantwortung zu übernehmen bietet der Genoss*innenschaftskiosk mit dem Kindercafé, das von den Kindern selbst organisiert wird. Die Kinder haben den Hut auf und können gemeinsam entscheiden, was für das vorhandene Geld eingekauft wird, wer es wann zu welchem Preis verkauft und vieles anderes mehr. Selbstverständlich erhalten die Kinder bei allem Unterstützung von den Helferinnen und Helfern. In diesem Rahmen können sie sich ausprobieren, Spaß selbstorganisiert haben, Fehler machen und daraus lernen.


 Campbank

Die Kinder können ihr Taschengeld in die Campbank einzahlen, die jeden Morgen geöffnet hat. Damit ist ihr Geld zum einen sicher verwahrt. Zum anderen wollen wir die Kinder dabei unterstützen, den Umgang mit Geld zu erlernen. Sie bekommen bei der Campbank ein Konto und erhalten bei jeder Einzahlung und Abhebung eine kostenlose „Anlageberatung“. Seit 2008 können die Kinder im Genoss*innenschaftskiosk bargeldlos zahlen – das Geld wird von ihrem Konto bei der Campbank eingezogen. Mit unserer Pädagogik sind wir also in den Zeiten von SMS-Abos angekommen. 😉


 Individualität Raum geben

Photo_7Spiel, Spaß und Miteinander sind hier fest gekoppelt mit Individualität und dem Respekt gegenüber anderen. So verschieden die Kinder im Camp sind, so vielseitig ist auch das kreative Angebot: Es besteht die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Neigungsgruppen, Workshops, Thementagen, Gruppenspielen und Ausflügen zu wählen.


Konstruktiv Konflikte lösen

Natürlich gehören zum Miteinander im Sommercamp gelegentlich auch kleinere und größere Konflikte dazu. Es ist unser Ziel, einen konstruktiven, friedlichen Umgang mit Konflikten zu ermöglichen. Um Streitigkeiten, die das gesamte Camp betreffen, kümmert sich das Schiedsgericht. Aus jeder Gruppe und von den Helferinnen und Helfern sitzt eine Person im Schiedsgericht, das über ein Problem berät und gemeinsam eine Lösung entwickelt. Denn in jeder Auseinandersetzung steckt auch die Chance, etwas Neues zu lernen.


 Hoher Betreuungsschlüssel

Um all diese Grundsätze und Möglichkeiten realisieren zu können, unterscheidet sich auch die Betreuungssituation von anderen Feriencamps: Zum einem sind wir Helferinnen und Helfer pädagogisch geschult und organisieren das Sommercamp im Vorfeld gemeinschaftlich. Dazu finden mehrere Ausbildungs- und Vorbereitungsseminare für die Helferinnen und Helfer sowie ein Vortreffen mit den Kindern statt.

Photo_10Zum anderen ermöglicht das ehrenamtliche, unbezahlte Engagement aller Helfer*innen einen großzügigen Betreuungsschlüssel von mindestens zwei Betreuer*innen pro Gruppe, welche sich im F – Dorf (7-11 Jährige) um 8 Kinder pro Gruppe, im RF – Dorf(12-14 Jährige) um 10 Kinder pro Gruppe und im SJ – Dorf (15-17 Jährige) um 10 Jugendliche pro Gruppe kümmern.  Zusätzlich gibt es Helferinnen und Helfern, die für allgemeinere Aufgaben und für die Küche zuständig sind.

Insgesamt können so 82 Kinder und 40 Jugendliche am Sommercamp teilnehmen.